Rund ums Auge

Hier finden sie Informationen zu den häufigsten Fehlsichtigkeiten und Erkrankungen. Wenn sie weitere Fragen haben, oder sich untersuchen lassen wollen, dann helfen wir ihnen gerne.

vue Center Kompetenzzentrum für Augenheilkunde

Fehlsichtigkeiten

Normalsichtigkeit (Emmetropie)

Im Idealfall werden Bilder in der Ferne und in der Nähe ohne Hilfsmittel scharf auf der Netzhaut abgebildet. Das Auge muss für das Sehen in der Nähe die Brennweite seiner Linse verändern. Diesen Vorgang bezeichnet man als Akkommodation. Ein Auge wird als normalsichtig oder emmetrop bezeichnet, wenn es ohne Akkommodationsaufwand einen optisch unendlich weitentfernten Gegenstand scharf abbildet.

Kurzsichtigkeit (Myopie)

Wie der Begriff schon zum Ausdruck bringt, werden bei der Kurzsichtigkeit Bilder aus der Nähe scharf, aus der Ferne jedoch unscharf abgebildet. In den meisten Fällen wird die Kurzsichtigkeit dadurch verursacht, dass der Augapfel zu lang ist. Manchmal sind auch die Brechkraft von Linse und Hornhaut zu stark (Brechungsmyopie). Beides führt dazu, dass das scharfe Bild nicht auf, sondern vor der Netzhaut entsteht. Kurzsichtigkeit ist erblich und kann nicht „abtrainiert“ werden, sondern muss durch eine Sehhilfe oder operativ korrigiert werden.

Weitsichtigkeit (Hyperopie)

Im Gegensatz zur Kurzsichtigkeit ist das Auge bei Weitsichtigkeit, anatomisch gesehen, etwas zu kurz gebaut. Das Bild wird erst hinter der Netzhaut abgebildet. Die Fernsicht ist meistens gut, Gegenstände in der Nähe sind jedoch unscharf.
Bei Kindern und jungen Menschen gleichen die Augen eine leichte bis mittlere Weitsichtigkeit durch Verformung der Linsen (Akkomodation) aus. Durch die ständige Beanspruchung des dafür zuständigen Muskels (Ziliarmuskel) können aber Kopf- und Augenschmerzen, Augenmüdigkeit, Lidrand- und Bindehautentzündungen und Konzentrationsstörungen entstehen. Außerdem kann vor allem bei Kindern eine Schielstellung der Augen verursacht werden.

Hornhautverkrümmung (Astigmatismus)

Hornhautverkrümmung kann sowohl als eigenständige Fehlsichtigkeit oder in Kombination mit Kurzsichtigkeit und Weitsichtigkeit auftreten.
Das Licht, das durch die Pupille hindurchtritt, wird anders als normal gebrochen. Die Lichtstrahlen werden auf der Netzhaut nicht zu einem Punkt gebündelt, sondern streifenförmig als Stäbchen abgebildet. Dadurch sieht man sowohl in der Nähe als auch in der Ferne unscharf und leicht verzerrt. Ein rundes Objekt, zum Beispiel eine Kugel, erscheint dann eher eiförmig – entweder horizontal oder vertikal. Je stärker diese Verkrümmung der Hornhaut ist, so genannten Achsenabweichungen, desto stärker ist die Verzerrung. Der irreguläre Astigmatismus, die so genannte „Brennpunktlosigkeit“, kommt durch eine unregelmäßige Wölbung der Hornhaut zustande. Bei einer geringen Hornhautverkrümmung ist das Gehirn noch in der Lage, die Verzerrungen zu korrigieren. Bei Kindern kann ein Astigmatismus jedoch – besonders wenn er nur einseitig auftritt, zu einer lebenslangen Schwachsichtigkeit (Amblyopie) führen.Daher empfehlen wir eine Kontrolle bei bekannten Refraktionsanomalien in der Familie oder Anzeichen einer Visusreduktion ihr Kind zu untersuchen, um wenn nötig eine optimale Therapie bieten zu können.

Alterssichtigkeit (Presbyopie)

Bei der Alterssichtigkeit (auch Altersweitsichtigkeit genannt) kann man im Nahbereich, aufgrund der Abnahme der Elastizität der Augenlinse nicht mehr scharf sehen. Das zwischen der Ferne und Nähe hin- und her „zoomen“ (Akkommodation) vermindert sich, daher fällt besonders das Lesen schwer. Deshalb braucht auch der bis dahin Normalsichtige eine Lesebrille. Von der Alterssichtigkeit sind alle Menschen mittleren Lebensalters, auch Kurz- oder Weitsichtige betroffen. Genau wie das Altern – ist die Presbyopie eine physiologische und deshalb normale Erscheinung.

Altersbedingte / krankheitsbedingte Veränderungen am Auge

Grauer Star (Katarakt)

Allgemeines:

Der Graue Star ist eigentlich keine Erkrankung des Auges, sondern in der Regel eine Alterserscheinung, bei der sich die eigene natürliche Linse eintrübt. In den meisten Fällen tritt der Graue Star als Folge eines verlangsamten Stoffwechsels auf. In dieser Form meist ab einem Alter von über 60 Jahren.

Nebst dem Alter gibt es weitere Ursachen, die eine Katarakt – Entstehung begünstigen:

  • Augenverletzungen
  • Erkrankungen wie Diabetes
  • Chronische Entzündungen der Regenbogenhaut (Iris)
  • Grüner Star (Glaukom)
  • oder die Einwirkung von UV-Strahlung oder Medikamenten (z.B. Kortison)

 

Sehr selten ist ein Grauer Star angeboren.

 

Häufige Symptome bei diesem Krankheitsbild sind:

  • verschwommenes Sehen,
  • Blendungsempfindlichkeit,
  • ein schlechteres Sehvermögen
  • vermindertes Kontrastsehen,
  • Wahrnehmen von Lichthöfen um Lichtquellen, (häufig nachts beim Autofahren)
  • zunehmende Einschränkung des räumlichen Sehens.
  • Farben verlieren ihre Leuchtkraft und verblassenIm Extremfall und unbehandelt kann der Graue Star zur Erblindung führen.

 

Therapie

Der Graue Star lässt sich nicht mit Medikamenten, sondern nur durch eine Katarakt Operation behandeln. Die modernen Operationsmethoden erlauben meist eine ambulante Behandlung unter örtlicher Betäubung. Auf Wunsch organisieren wir jedoch auch gern eine Vollnarkose für Sie. Unser Anästhesist begleitet Sie während der gesamten Operation. Dieser Eingriff, bei dem der getrübte Linsenkern durch eine künstliche Linse ausgetauscht wird – erfolgt bei uns mit modernsten Geräten bequem im Haus.

 

Vor der Operation

Zunächst erfolgt eine ausführliche augenärztliche Kontrolle mit anschliessender spezieller Diagnostik, bei der Ihre Augen genauestens vermessen werden. Anschliessend werden wir zusammen diskutieren, welche Linse sich am besten für Ihre Augen, Ihre Erwartungen und Ihre individuellen Seh- und Lebensgewohnheiten eignet.

Grüner Star (Glaukom)

Allgemein:

 

Als Grüner Star oder Glaukom wird eine Gruppe von Augenkrankheiten bezeichnet, bei denen es zur meist unbemerkten Schädigung der Nervenzellen des Sehnervs und der Netzhaut kommt.

Ursache des Grünen Stars ist ein Missverhältnis zwischen Augeninnendruck und Durchblutung des Sehnervenkopfes.

 

Ein erhöhter Augeninnendruck entsteht durch einen unzureichenden Abtransport des ständig produzierten Kammerwassers, oder einer Ueberproduktion dieser Flüssigkeit. Die Folge ist eine Einschränkung des äusseren Gesichtsfeldes, was meist unbemerkt bleibt. Die Sehschärfe und die Lesefähigkeit bleiben dagegen lange unbeeinträchtigt.

Für den Grünen Star gibt es bis heute leider keine Heilung, rechtzeitig erkannt, kann er behandelt werden und das Fortschreiten der Krankheit verlangsamt – im besten Fall verhindert werden.

Da ähnlich wie beim Bluthochdruck der Patient anfangs keine Beschwerden hat, ist eine routineärztliche Augenkontrolle ab dem 45. Lebensjahr empfohlen. Sollte es in Ihrer Familie jedoch ein bekanntes Glaukom geben, sollten Sie bereits vor dieser Zeit einen Augenarzt kontaktieren.

 

Symptome bei bereits fortgeschrittenen Befunden sind:

Einschränkung des Gesichtfeldes oder „Ringe“ um Lichtquellen herum, sowie andere Sehstörungen.

Risikofaktoren:

  • Alter (ab dem 40. Lebensjahr steigt das Risiko)
  • Familiäre Erbbelastung (wenn Ihre Eltern, Grosseltern oder Geschwister am Grüner Star leiden / litten)
  • Diabetes, Arterienverkalkung, Bluthochdruck
  • Bei regelmässiger Einnahme von Cortison
  • Starke Kurzsichtigkeit

 

Verschiedene Formen des Grünen Stars

  • Ein Glaukom kann angeboren (kongenital) oder erworben sein.
  • Eine weitere Klassifizierung erfolgt nach dem Mechanismus – mit dem der Kammerwasserabfluss vermindert wird Offenwinkelglaukom – Winkelblockglaukom.
  • Kommt es zu einem Augendruckanstieg ohne das Vorhandensein anderer Augenerkrankungen spricht man von einem primären Glaukom- sonst bezeichnet man es als Sekundärklaukom.
Netzhauterkrankung - Diabetische Retinopathie

Allgemein

In den Industriestaaten leiden etwa ein Drittel der Diabetiker an einer diabetischen Retinopathie. Nach zwanzigjährigem Bestehen eines Diabetes mellitus beträgt das Risiko einer diabetischen Retinopathie zu entwickeln bei ca. 90%

 

Eine rechtzeitige Vorsorge ist daher zur Prophylaxe der Erblindung von höchster Bedeutung.

Eine enge Zusammenarbeit zwischen Augenarzt und Ihr Internist bzw. Hausarzt sind daher unbedingt nötig.

Eine Heilung ist nach derzeitigem medizinischen Wissensstand nicht möglich, jedoch gibt es Therapien, mit denen wir eine Verschlechterung der Sehkraft oftmals aufhalten können.

 

Man unterscheidet folgende Stadien der diabetischen Retinopathie:

 

Um das Ausmaß von Netzhautveränderungen und deren Verlauf (zum Beispiel Verdickungen und Flüssigkeitseinlagerungen) noch genauer bestimmen zu können, gibt es heute das moderne Verfahren der .

Mit der OCT können alle Schichten der Netzhaut ohne Berührung des Auges und nebenwirkungsfrei – exakt dargestellt werden. Eine weitere Form der Diagnostik stellt die Fluoreszenz-Angiographie dar – wobei dem Patienten ein ungefährlicher Farbstoff in die Armvene gespritzt wird. Dieser Farbstoff färbt auch die Gefäße in der Netzhaut an und zeigt so deutlich, ob abnorme Veränderungen vorliegen.

 

Therapie

Die beste Therapie ist die sinnvolle und rechtzeitige Vorsorge. Typ II Diabetiker sollten grundsätzlich einmal jährlich nach Diagnosestellung zum Augenarzt gehen, um den Augenhintergrund untersuchen zu lassen. Je nach Befund dann auch öfter. Typ I Diabetiker sollten spätestens 5 Jahre nach Diagnosestellung zur augenärztlichen Untersuchung. Sollte bei Ihnen bereits eine Schädigung der Netzhaut vorliegen, stellen wir für Sie eine individuelle Therapie zusammen. Eine spezielle Lasertherapie steht uns genau wie die Möglichkeit einer direkten Medikamenteneingabe zur Verfügung. Sollte es sich um eine sehr stark fortgeschrittene Form handeln, kann meist nur noch eine OP des Glaskörpers den Patienten vor einer Erblindung bewahren.

Multifaktorielle Therapieansätze (Lebensstiländerung mit mehr Bewegung, Gewichtsreduktion bzw. -Normalisierung, Rauchentwöhnung, Blutzuckerverbesserung, Blutdruckverbesserung, Senkung bzw. Normalisierung erhöhter Blutlipidwerte sowie Einführung einer Plättchenaggregationshemmung) können das Retinopathierisiko reduzieren.

Netzhauterkrankung - Gefässverschlüsse in der Netzhaut

Wenn ein Blutgefäß in der Netzhaut des Auges „verstopft”, führt dies meist zu einer Sehverschlechterung bis hin zur Erblindung. Von einem Gefäßverschluss können sowohl Venen als auch Arterien betroffen sein. Die Ursachen sind meist kardiovaskulärer Natur (zu hoher Blutdruck, gestörter Fettstoffwechsel, Übergewicht), manchmal auch Diabetes oder zu hoher Augeninnendruck. Weitere z.B. rheumatologische Ursachen müssen ebenfalls berücksichtigt werden. Eine gute Zusammenarbeit zwischen Ihrem Haus – und Augenarzt ist daher von bedeutender Wichtigkeit.

Netzhautablösung

Allgemeines:

Die Netzhaut (Retina) kleidet das Innere des Auges aus und hat die Aufgabe, das einfallende Licht, nachdem es die Hornhaut, die Linse und den Glaskörper durchquert hat, in Nervenimpulse umzuwandeln und an bestimmte Hirnregionen weiterzuleiten. Die Netzhaut stellt eine Art Projektionsfläche zur Abbildung unserer Umgebung, ähnlich einer Leinwand oder einem lichtempfindlichen Film, dar. Sie besteht aus mehreren Schichten, von denen jede eine andere Funktion hat. Bei einer Netzhautablösung spaltet sich die lichtempfindliche Schicht der Netzhaut von der darunterliegenden Pigmentschicht ab.

Eine Netzhautablösung ist immer ein augenärztlicher Notfall, der je nach Lokalisation umgehend behandelt werden muss, da es sonst zu einer irreparablen Schädigung des Sehvermögens bis zur Erblindung kommen kann.

 

Risikofaktoren für eine Netzhautablösung sind:

 

    • Kurzsichtigkeit
    • Alter (z.B. altersbedingte Makuladegeneration)
    • Vorangegangene Katarakt-Operation (Grauer Star)
    • Lasertherapien
    • Diabetes mellitus, Morbus Coats,
    • Entzündliche Prozesse
    • Augenverletzungen
    • Augentumoren
    • Infektionen

 

Je nach Ursache, unterscheidet man verschiedene Formen:

 

Symptome für eine Netzhautablösung

Symptome besonders der rissbedingten (rhegmatogenen Amotio) Ablösung sind das Sehen von Blitzen (Photopsien), das plötzliche Auftreten von dichten schwarzen oder roten Flecken im Gesichtsfeld (Rußregen), oder auftretende bewegliche Trübungen („fliegende Mücken“), sowie vorhang- und balkenartige Gesichtsfeldeinschränkung, wenn die Netzhautablösung größere Ausmaße erreicht hat.

Bei einem oder mehreren dieser Anzeichen sollten Sie sich sofort bei einem Augenarzt vorstellen. Je früher eine (beginnende) Netzhautablösung behandelt wird, desto besser sind die Chancen, dass das Sehvermögen wenig beeinträchtigt wird.

Jedoch kann das Ablösen auch völlig ohne Symptome geschehen und erst bei Erreichen der Makula (Stelle des schärfsten Sehens) sichtbar werden, beispielsweise durch eine verzerrte Darstellung (Metamorphopsien).

 

Diagnostik und Therapie

Zur Diagnostik muss vom Augenarzt der Augenhintergrund untersucht werden. Dafür wird die Pupille vorübergehend durch Augentropfen erweitert, das Führen eines Fahrzeuges ist anschliessend für mindestens 3 Stunden nicht möglich.

Bei einer örtlich begrenzten, nicht allzu großen Ablösung kann ein Laser eingesetzt werden, der das Fortschreiten der Ablösung aufhalten kann. Die Annahme, mit dem Laser die Netzhaut auf der Versorgungsschicht sofort festschweißen zu können, stimmt jedoch nicht ganz – eine sichere Verschweissung erfolgt erst nach 5-7 Tagen – in der Zeit dazwischen ist die Netzhaut jedoch besonders vulnerabel. In dieser Zeit sollte aufs Lesen gänzlich verzichtet werden.

 

Ist die Netzhautablösung schon weiter vorangeschritten müssen operative Massnahmen erfolgen, welche sich nach dem Ausmass der Ablösung und weitere spezifischer Faktoren richtet. In den meisten Fällen werden mittels Vitrektomie Eingriffe von der Innenseite des Augapfels her durchgeführt. Dabei werden der Glaskörper und traktive Membranen möglichst vollständig entfernt und ein Lochverschluss durch tamponierende Gase oder Flüssigkeiten erreicht. Jedoch wird insbesondere bei jungen Patienten mit (noch) klarer Augenlinse oft versucht, ohne Glaskörperchirurgie zum Erfolg zu kommen, da alle Tamponaden eine deutlich beschleunigte Linsentrübung (Katarakt) nach sich ziehen. In diesen Fällen kann z. B. durch das Aufnähen von speziell geformten Kunststoffpolstern (Plomben) oder durch die zirkuläre Umschlingung des Bulbus mit flexiblen Silikonbändern (Cerclage) eine Eindellung des Augapfels erreicht werden.

Bei einer serösen (flüssigkeit bedingten) Amotio wird, wenn möglich, die zugrundeliegende Entzündung, Tumorgeschehen behandelt.

Die einzelnen, für sie in Frage kommenden Optionen mit deren Vor- und Nachteilen werden ausführlich mit Ihnen besprochen, Dank der umfangreichen und langjährigen Erfahrung von Prof. Prünte sind sie bei uns in allerbesten Händen.

Altersbedingte Makuladegeneration (AMD)

Allgemeines

 

Die Makula ist ein Punkt in der Mitte der Netzhaut, an dem das Sehen am schärfsten ist. Bei einer Reihe von Augenerkrankungen werden in diesem Bereich wichtige Netzhautzellen stark geschädigt. Dadurch lässt die Sehkraft nach –bis zur Erblindung. Diese Erkrankungen werden unter dem Begriff Makula-Degeneration zusammengefasst. Die häufigste Form dieser Augenerkrankungen ist die Altersbedingte Makuladegeneration (AMD), die per Definition erst nach dem 50. Lebensjahr auftritt, und deren Häufigkeit im Alter exponentiell zunimmt. So leiden z. B. 15% der +85-jährigen an einem fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung. Die ständig wachsende Lebenserwartung der Bevölkerung trägt mit dazu bei, dass die AMD inzwischen die am häufigsten auftretende schwere Sehbehinderung ist.

 

Formen und Ursachen der altersbedingten Makuladegeneration

Die AMD wird in zwei Formen unterteilt: Die trockene (atrophe) Makula-Degeneration schreitet meist langsam voran und führt nur selten zur völligen Erblindung. Sie macht 85–90% der AMD-Fälle aus. Das Frühstadium der trockenen Makuladegeneration erkennt der Augenarzt an den so genannten „Drusen“. Dabei handelt es sich um kleine, gelbliche Ablagerungen unter der Makula, die das Sehen in der Regel nur geringfügig beeinflussen. Bei der Spätform der trockenen Makuladegeneration sind bereits Zellen im Bereich der Makula degeneriert, was zu einer zunehmenden Verschlechterung der Sehschärfe führt. Bei der feuchten Makuladegeneration sieht der Augenarzt in der Netzhautmitte ein so genanntes „Makulaödem“, das heißt eine Schwellung, in der sich Flüssigkeit angesammelt hat. Dieses Ödem entsteht durch neu gebildete, krankhafte und fragile Gefäße die porös sind und deshalb Flüssigkeit an die Umgebung abgeben. Auch kann es aus diesen Gefäßen bluten, was bei der Spiegelung des Augenhintergrunds deutlich zu erkennen ist. Im weiteren Verlauf kann die Netzhautmitte vernarben. Dabei werden dort die Sehzellen zerstört.

 

Symptome

Der Patient merkt im Verlauf der Krankheit eine Reduktion der Sehschärfe und das gerade Linien nicht mehr als gerade, sondern als wellenförmige Linien wahrgenommen werden.

Das Lesen und Erkennen von Gesichtern wird immer schwieriger. Allerdings werden AMD Patienten stets über das periphere Gesichtsfeld verfügen, welches für das Leben im Alltag am Wichtigsten ist. Es erlaubt die Orientierung im Raum, man sieht Personen und Objekte von der Seite kommen, d. h., einem selbständigen und unabhängigen Leben steht weiterhin nichts im Wege.

 

Diagnostik

Nachdem Ihre Sehschärfe (Visus) gemessen wurde und wir Ihre Netzhaut, nach Pupillenerweiternder Tropfen, beurteilt.

 

Um das Ausmaß von Netzhautveränderungen und deren Verlauf (zum Beispiel Verdickungen und Flüssigkeitseinlagerungen) noch genauer bestimmen zu können, gibt es heute das moderne Verfahren der Optischen Cohärenztomografie (OCT).

Mit der OCT können alle Schichten der Netzhaut ohne Berührung des Auges und nebenwirkungsfrei – exakt dargestellt werden und damit zweifelsfrei festgestellt werden, ob die Makula „trocken“ oder „feucht“ ist. Eine weitere Form der Diagnostik stellt die Fluoreszenz-Angiographie dar – wobei dem Patienten ein ungefährlicher Farbstoff in die Armvene gespritzt wird Dieser Farbstoff färbt auch die Gefäße in der Netzhaut an und zeigt so deutlich, ob abnorme Veränderungen vorliegen.

 

Hierbei ist zu beachten, dass Sie anschliesssend für 2 bis 4 Stunden kein Fahrzeug führen dürfen.

 

Risiken:

  • Rauchen
  • Ungeschützte Sonneneinstrahlung
  • Vitaminarme Ernährung
  • Genetische Faktoren

 

Therapiemöglichkeiten

Weder die trockene noch die feuchte Form der Altersbedingten Makuladegeneration können heutzutage geheilt werden.

 

Einzig das Fortschreiten der Erkrankung kann dank der medizinischen Erkenntnisse stark gebremst, und die Sehschärfe so lange wie möglich aufrechterhalten werden.

 

Bei der trockenen AMD werden meist hoch dosierte Gaben der Vitamine C und E, Beta-Carotin und Zink sowie Präparate mit Lutein eingesetzt, um den Verlauf zu verlangsamen. Da eine längerfristige Einnahme hoher Vitamindosen jedoch möglicherweise das Krebsrisiko erhöhen kann, müssen Nutzen und Risiken sorgfältig abgewogen werden.

 

Bei der feuchten AMD wird versucht, mittels eines speziellen Medikamentes, welches in sehr kleinen Dosen direkt in den Glaskörper des Auges gespritzt wird, die neu gebildeten Gefäße zurückzudrängen und damit die Makula so schnell wie möglich trocken zu legen. Ziel ist es die Sehschärfe möglichst auf dem gleichen Niveau zu halten – manchmal gelingt es sogar einen Visusgewinn zu erzielen.

Bindehautentzündung

Ursachen, Symptome, Behandlungs-Möglichkeiten

Die Bindehaut befindet sich auf der Innenseite der Augenlider und auf der Oberfläche des Augapfels. Bei einer Bindehaut-Entzündung füllen sich die Gefäße verstärkt mit Blut und das Auge erscheint rot und geschwollen. Oft kommt es zur Absonderung eines Sekrets, so dass die Augenlider beim Aufwachen verklebt sind. Je nach Ursache unterscheidet man verschiedene Entzündungsformen, einige davon sind ansteckend. Deshalb sollte man beim Auftreten der beschriebenen Symptome immer den Augenarzt aufsuchen.

 

 Therapiemöglichkeiten

Um Folgeschäden zu vermeiden, sollte eine Bindehautentzündung immer durch den Augenarzt behandelt werden. Je nach Ursache werden zur Therapie unterschiedliche Medikamente wie z.B. antibiotikahaltige oder auch kurzfristig kortisonhaltige Augentropfen eingesetzt.

Trockenes Auge

Unter dem Trockene-Augen-Syndrom versteht man alle nicht ansteckenden Augenerkrankungen, bei denen der Tränenfilm gestört ist. Der gesunde Tränenfilm besteht aus drei Schichten: der Mucinschicht, der wässrigen Schicht und die Lipidschicht. Ist deren Gleichgewicht nicht intakt, kann kein stabiler Schutzfilm entstehen, Hornhaut und Bindehaut trocknen aus und werden wird nicht mehr ausreichend mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgt. Betroffene leiden dann anbrennenden, geröteten, oft auch tränenden Augen und haben bisweilen das Gefühl, einen Fremdkörper im Auge zu haben. Trockene Augen sollten immer vom Augenarzt untersucht und behandelt werden.


Ursachen und Diagnostik

Die Zusammensetzung des Tränenfilms kann sich z.B. durch die Hormonumstellung während der Wechseljahre, etliche Medikamente (Betablocker, Hormonpräparate, Psychopharmaka) oder einen Vitamin-A-Mangel verändern. Auch äußere Umstände wie trockene Raumluft, Zigarettenrauch oder Klimaanlagen sind häufig die Ursache. Beim intensiven Arbeiten am Computer trocknen die Augen ebenfalls aus, weil man seltener blinzelt und dadurch die Menge des Tränenfilms abnimmt. Verstärkt werden die Beschwerden durch unter- oder nicht korrigierte Sehfehler (Altersweitsichtigkeit). Da hinter trockenen Augen aber auch eine ernsthafte vor allem autoimmunologische Erkrankung stecken kann, müssen die Ursachen immer vom Augenarzt abgeklärt werden. Dafür setzen wir unter anderem den sogenannten Schirmer-Test ein, bei dem mit Hilfe eines Filterpapierstreifens die Tränenmenge gemessen wird.

 

Therapiemöglichkeiten

Das trockene Auge ist zwar derzeit schulmedizinisch gesehen nicht heilbar, kann aber durch den Augenarzt gut behandelt werden. In leichten Fällen genügen Augentropfen, in schwereren Fällen werden Augengels verwendet.